Angriff feindlicher Drohnen auf russische Stützpunkte in Syrien


Nach einem Bericht der Armeezeitung „Krasnaja Swesda“ vom 10. Januar 2018
von Generalmajor a.D. Sebald Daum

Am 09. Januar 2018 berichtete die Pressestelle des Ministeriums für Verteidigung der Russischen Föderation über den Angriff der Terroristen in der Nacht zum 06. Januar mit 10 bewaffneten Drohnen auf den Fliegerstützpunkt der russischen Luftkosmischen Streitkräfte in Hmeimim im Gebiet Lakatia und von 3 bewaffneten Drohnen auf den russischen Marinestützpunkt Tartus.

Fla-Raketen-Kanonen- Komplexe „Panzir-1

Alle Angriffe wurden abgewehrt, wovon 7 durch die Fla-Raketen-Kanonen- Komplexe „Panzir-1“ (s. Bild Panzir in Feuerstellung) abgeschossen und 6 durch Mittel des Funkelektronischen Kampfes zur Landung gebracht wurden, wovon drei bei der Landung außerhalb des Flugplatzes bei der erzwungenen Landung explodierten.
Dies war bereits der 3. Angriff der Terroristen auf den russischen Stützpunkt Hmeimim nach dem Abzug der Hauptkräfte der russischen Truppen aus Syrien. Der erste Angriff erfolgte bereits am 22. Dezember 2017 mit 16 Drohnen, die durch die Luftabwehr abgewehrt und durch den Komplex „Panzir-1“ vernichtet worden. In der Nacht am 31. Dezember 2017 erfolgte der 2. Angriff mit Geschoßwerfer „Grad“ auf den Flugplatz, wo dabei zwei Militärangehörige getötet und 9 Flugzeuge beschädigt wurden.

Drohnenangriff

Nach ersten Untersuchungen und Analysen des Angriffs am 06. Januar durch Experten wurde festgestellt, dass diese Drohen (s. Bild) hochmoderne Kampfmittel mit modernen Raketen bewaffnet, aus einer Entfernung von mehr als 50 km gestartet und unter Anwendung hochmoderner Technologien über GPS gesteuert wurden. Der Start soll süd-westlich der Deeskalationszone „Iglieb“ in der Nähe der Siedlung Muassara erfolgt sein. Diese Zone wird von der sogenannten „Gemäßigten Opposition“ kontrolliert und wird nicht von den syrischen Truppen bekämpft. Sie steht entsprechend den getroffenen Abmachungen zwischen Russland und der Türkei unter der Kontrolle der türkischen Armee, die für die Einhaltung der Waffenstillstandsabkommen verantwortlich ist. In einem Schreiben des russischen Verteidigungsministerium an den Chef des türkischen Generalstabes wurde dies dementsprechend nochmals angemahnt.

Nach den bisherigen Ergebnissen der Untersuchungen der abgefangenen Drohnen ergeben sich eine Reihe von Fragen. Wie konnten die Terroristen in dieser Deeskalationszone solche hochmodernen Waffen besitzen. Es gab sie bisher nicht, denn sie selbst sind nicht in der Lage diese zu produzieren und dann auch anzuwenden. Sie können sie nur aus einem Land erhalten haben, die diese hoch entwickelte Technologie zur Steuerung über Sputniks, über große Entfernungen mit punktgenauer Zielzuweisung mit modernsten Geräten, besitzen. Außerdem brauch man dafür ausgebildete professionelle Spezialisten, die nicht in kürzester Zeit dafür auszubilden sind. Auch gab es an den pilotlosen Flugkörper eine Reihe von technischen Mitteln, die ausländischer Herkunft waren.
Wer hat sie ihnen also geliefert?
Auf Anfragen eines Korrespondenten von TASS an das Pentagon, wurde dort vom Pressoffizier geantwortet, dass man diese Mittel ja auf jedem freien Markt leicht kaufen könnte.
Dies ist natürlich Unsinn und entbehrt jeder Logik, denn wenn es so wäre, wäre es auch der russischen Aufklärung bekannt, wo solche Märkte und ihre Händler sich befinden. Außerdem braucht man zum Erwerb dazu auch die nötige Menge Geld. Aber interessant ist die Antwort des amerikanischen Presseoffiziers schon, denn sie soll ja sagen: „wir waren es nicht“.

Von noch größerem Interesse wäre schon eine andere Tatsache. Zu der selben Zeit patrouillierte im Randgebiet des Mittelmeeres zwischen Tartus und dem Flugplatz Hmeimim in 7.000 Meter Höhe vier Stunden lang ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug des Typs P-8A „Poseidon“. Welch ein Zufall! Solche Flugzeuge sind sehr gut zur Feuerleitung und Nachaufklärung geeignet.

Dieser Überfall zeigt, dass trotz aller bisherigen Erfolge der Syrischen Armee, die mit aktiver Unterstützung der russischen Streitkräfte über 90 % ihres Territoriums wieder unter eigener Kontrolle gebracht haben, die Gefahr von kriegerischen Handlungen durch die Terroristen weiter gegeben ist und dass es Kräfte gibt, die an ihrem Ziel, die gewählte Regierung Baschar al Assad zu stürzen, festhalten.
Das es weiterhin ausländische Kräfte gibt, die die gegebene Situation ausnutzen und die Kräfte des IS mit modernsten neuen Kampfmittel ausrüsten, die es bisher so noch nicht gab. Damit wächst die Gefahr der Überfälle mit solchen Mitteln auch auf andere Länder und größere Entfernungen durchzuführen.

Raketen- Kanonen-Komplex „Panzir-1

Es ist aber auch anzumerken, dass nach Abzug der Hauptkräfte der russischen Truppen aus Syrien, die dort verbliebenen Kräfte in der Lage sind, weiter die Aufgaben zur Unterstützung Syriens im Kampf gegen den Terrorismus zu leisten und die russische Luftabwehr effektive Waffen zur Abwehr besitzt. Hierbei haben sich besonders der Raketen- Kanonen-Komplex „Panzir-1“ bewährt.

Russland wird weiterhin alles unternehmen, um in Syrien wieder normale Verhältnisse herzustellen, in erster Linie durch Verhandlungen mit allen zerstrittenen Gruppen, auch wenn es schwierig ist, da es immer noch Kräfte gibt die das verhindern möchten.