31.10.2025

65. Jahrestag der Verleihung des Ehrennamens "Volksmarine"

 

Die Seestreitkräfte der DDR erhielten am 3. November 1960 den Ehrennamen „Volksmarine". Dies geschah im Rahmen einer feierlichen Namensverleihung, bei der die Einheit als Teil der Nationalen Volksarmee gewürdigt wurde.
Die Volksmarine war eine Teilstreitkraft der Nationalen Volksarmee, die am 1. März 1956 gegründet wurde. Die Seestreitkräfte bestanden jedoch bereits seit den frühen 1950er-Jahren in anderen Formen, bevor sie Teil der NVA wurden und den neuen Namen erhielten.
 
Zeitraum Bezeichnung Einordnung Details
       
Juni 1950–1952 Hauptverwaltung Seepolizei (HVS) Teil des Ministeriums des Innern (MdI) Aufgebaut mit Unterstützung der Sowjetunion. Ihre Aufgaben umfassten anfangs den Schutz der Seegrenze, die Fischereiaufsicht und das Minenräumen in den Küstengewässern.
       
1952–1956 Volkspolizei See (VP-See) Teil der Kasernierten Volkspolizei (KVP) Die Umbenennung erfolgte am 1. Juli 1952. Die VP-See war ein Vorläufer der NVA und sollte die maritimen Fähigkeiten der DDR weiter ausbauen.
       
1956–1960 Verwaltung Seestreitkräfte der NVA Teilstreitkraft der NVA Am 1. März 1956 wurde die NVA gegründet, und die VP-See wurde in die Verwaltung Seestreitkräfte der NVA überführt.
       
1960–1990 Volksmarine Teilstreitkraft der NVA Am 3. November 1960 erhielten die Seestreitkräfte den Ehrennamen „Volksmarine". Sie war für die Verteidigung der Seegrenzen und die Unterstützung der Marine des Warschauer Paktes zuständig.

 

Über die Würdigung dieses Ereignisses siehe den Beitrag "Volksmarine - ein Ehrenname" von Kapitän zur See a.D. Gerhard Matthes vom 28.10.2020 anlässlich des 60. Jahrestages der Namensverleihung.

 


 

Die Tageszeitung "Freie Presse", Organ der Bezirksleitung Karl-Marx-Stadt der SED vom
31. Oktober 1985 würdigte den damals 25. Jahrestag der Namensverleihung wie folgt: 

 

25 Jahre Ehrenname "Volksmarine"

Bedeutsamer Tag mit großen Traditionen

In den Anfangsjahren unserer NVA stand auf den Mützenbändern der Matrosen "Seestreitkräfte". Seit 25 Jahren heißen die maritimen Teilstreitkräfte nun "Volksmarine". War das Datum der Namensverleihung historischen Ereignissen verpflichtet?
Peter Müller, Mittweida

In den Annalen der nun fast 30jährigen Geschichte unserer Nationalen Volksarmee ist der Name Volksmarine tatsächlich nicht von Anfang an als offizielle Bezeichnung für die maritime Teilstreitkraft verzeichnet.

Freie Presse vom 31.10.1985 

Die Seestreitkräfte der DDR erhielten ihren heutigen Namen im fünften Jahr ihres Bestehens, und zwar mit Wirkung vom 3. November 1960.

Das Datum der Namensgebung, die der Minister für Nationale Verteidigung am 4. November 1960 während einer Flottenparade auf dem Greifswalder Bodden vornahm, verweist auf die verpflichtenden Traditionen, die mit diesem Ehrennamen verbunden sind. Denn am 3. November 1918 hatten revolutionäre Matrosen der kaiserlichen Flotte mit ihrem Aufstand in Kiel das Signal für die Novemberrevolution in Deutschland gegeben. Überall im Lande bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte. Die 3.200 Mann starke Volksmarinedivision wehrte am 24. Dezember 1918 in Berlin den ersten bewaffneten Ansturm der Konterrevolution ab. In direkter Anknüpfung an jene revolutionären wehrhaften proletarischen Traditionen also erhielten unsere Seestreitkräfte an jenem Tag vor 25 Jahren ihren heutigen Namen.

Traditionsnamen ebenso wie die Ehrenbezeichnung Volksmarine legen ein beredetes Zeugnis davon ab, daß in unseren Seestreitkräften wie in der gesamten NVA die revolutionären und progressiven Traditionen unseres Volkes kontinuierlich gepflegt und fortgesetzt werden.
E. Berger

 

 

 

 

 

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