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- Ein neuer Höhepunkt der deutschen „wertebasierten“ Politik
05.11.2025
Oberst a.D. Friedemann Munkelt
Über den Auslandseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan nur zwei Anmerkungen, der bekannte Journalist und Orientalist Peter Scholl-Latour hatte den katastrophalen Ausgang des Unternehmens vorausgesagt, aber, wie auch in der Gegenwart, in der deutschen Politik ist Sachkenntnis offensichtlich kein Kriterium von Regierungshandeln. Die höchst bedauerlichen Todesfälle von über fünfzig Bundeswehrangehörigen waren mit Sicherheit kein Beitrag zur „Verteidigung Deutschlands am Hindukusch“. Wie dem auch sei, ohne die Unterstützung einheimischer Kräfte wäre dieser Einsatz nicht möglich gewesen. Dass diese aus der Sicht der jetzt an der Macht befindlichen Taliban Vaterlandsverräter waren ist hinlänglich bekannt, entsprechende Abrechnungen sind im Lande tödliches Tagesgeschäft, nur spricht und berichtet man bei uns nicht gern darüber! Aber der deutsche Staat hatte ja bedrohten Ortskräften eine Aufnahmegarantie in Deutschland zugesagt. In Folge des chaotischen Abzuges, man könnte auch sagen Flucht, gab es natürlich ungeahnte Probleme. Dies führte unter anderem auch dazu, dass sich eine große Zahl von Afghanen, von spricht von etwa 2000, im benachbarten Pakistan befinden. Alle von deutschen Sicherheitsbehörden geprüft und mit einem Aufnahmeanspruch versehen. Die neu ins Amt gekommene Bundesregierung hat sich von Beginn an mit dieser Tatsache schwer getan, die Sicherheitsprüfungen wurden erneut gestartet und die Einreisezahlen sind dürftig und zumeist per Gericht erstritten. Da hatte die Bundesregierung eine grandiose Idee: wir kaufen den Einreiseberechtigten einfach diese Berechtigung ab!! In der Leipziger Volkszeitung vom 5.11.25 heißt es: „In Anbetracht dieser aktuellen Situation bietet das Bundesministerium des Innern Ihnen Unterstützungsoptionen an, sollten Sie sich entscheiden, das Aufnahmeverfahren zu verlassen“. Um es kurz zu machen, Geld gegen persönliche Sicherheit (es wird von niedrigen fünfstelligen Summen gesprochen)! Dabei wird die Hauptsumme erst nach der Rückkehr nach Afghanistan gezahlt. Wenn das mal keine „wertebasierte Option“ ist!
Mit welcher Unmoral ist ein solcher Vorschlag verbunden! Das Ganze wird noch mit einer Frist bis zum 17. November verbunden. Man möchte sich nicht vorstellen, was mit den zurückgekehrten „Vaterlandsverrätern“ passiert!