08.11.2025

Präsident Trump ordnet die (Wieder)Aufnahme von Kernwaffentests an

 

33 Jahre hat es gehalten – das nach dem (vorläufig) letzten Atomwaffentest im September 1992 in Nevada vom damaligen US-Präsident George H. W. Bush verkündete Moratorium für Atomtests.

Während seiner Asienreise teilte US-Präsident Trump unmittelbar vor seinem Treffen mit dem Präsidenten der VR China mit, dass er seinem Kriegsministerium die Weisung erteilt habe, unmittelbar mit Atomtests zu beginnen.
Zur Begründung gab er an, dass die USA nicht hinter anderen Staaten zurückbleiben dürften, die ihrerseits Tests durchführen würden.

Ein „echter“ Trump wieder, in Westernmanier kurzerhand  aus der Hüfte geschossen.

Ich weiß nicht, ob Trump inzwischen von seinen Militärs über die in den Raum gestellten Ereignisse aufgeklärt wurde, ich jedenfalls habe von keinen Atomtests anderer Staaten gehört.
Ja, die Begleitmusik für Trumps Asienreise durch einige militärische Ereignisse dürften in dessen Ohren nicht unbedingt für Wohlklang gesorgt haben.

Da hatte zunächst die DVRK ihre neue Marschflugkörper und ballistische Raketen getestet. Ja, kann man als Machtdemonstration gegenüber Trump unmittelbar vor dessen Eintreffen in Südkorea ansehen.

Es folgte die Information aus Moskau über den erfolgreichen Abschluss der Erprobung  des Marschflugkörpers  (russ. Крылатая ракета, engl. Cruise missile) „Burewestnik“  sowie dessen beginnender Serienproduktion und der Aufstellung der entsprechenden Raketenregimenter.

Anschließend gab es die Meldung über den ebenfalls erfolgreichen Abschluss der Erprobung der russischen Unterwasser-Drohne „Poseidon“
(der KOMPASS berichtete bereits im Heft 1 – 2023, Seite 21 – 28,  für die, die das Heft nicht oder nicht mehr haben: Kompass Nr. 1 2023, über dieses besondere Waffensystem).
Unterwasserdrohne "Poseidon"

Nun sind die beiden russischen Waffensysteme mit Kernreaktoren ausgerüstet, der die Antriebsenergie liefern. Die Erprobung derartiger Waffensysteme ist aber trotzdem kein Atomtest. Es werden Trägersysteme (KWEM, Kernwaffeneinsatzmittel) getestet, die im Kriegsfall mit Kernsprengköpfen ausgerüstet werden können.

Bei der Erprobung wird aber kein Kernsprengkopf eingesetzt und es kommt auch nicht zu einer Atomexplosion. Also kein Atomtest.

 

Was also will Präsident Trump?

War es tatsächlich nur ein Schnellschuss von einem militärischen Laien, für den es keinen Unterschied zwischen Tests von Einsatzmitteln und Tests der Gefechtsköpfe gibt und will er tatsächlich für die USA die Wiederaufnahme von Atomtests?

Es könnte aber noch eine andere Möglichkeit geben. Die Masse der Abrüstungs- und Rüstungskontrollabkommen sind gekündigt oder laufen aus.

Versucht hier Trump vergleichbar mit seiner Methode in Handels- und Zollfragen durch weites Vorpreschen seine Gegenüber an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Mit der EU hat es ja beim „Golfplatzgipfel“ mit dieser Methode bei EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen geklappt. „Halb zog er sie, halb sank sie hin.“

Bei den Präsidenten Russlands und Chinas wird diese Verhandlungstaktik aber kaum erfolgreich sein.

 

Siegfried Eichner, Oberstleutnant a.D.

 

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