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23.03.2026

Rund um den 70. Jahrestag der Gründung der Nationalen Volksarmee

Oberst a.D. Friedemann Munkelt

 

Den Thüringer Lehrer i.R. Rainer Döhrer lernte ich bei einer Gedenkveranstaltung der korporativen Vereinigung „Florian Geyer“ für den ermordeten Grenzoffizier Rudi Arnstadt kennen. Aufgewachsen im Grenzkreis Bad Salzungen, verfügt er über profunde Geschichtskenntnisse. Seit dieser Zeit übermittelt er uns Zuschriften zu Themen der Geschichte der Grenztruppen, aber auch zu anderen militärgeschichtlichen Themen. So auch zum oben genannten Jahrestag. In diesem Zusammenhang warb die „Südthüringer Zeitung“ vom 26. Februar unter der Überschrift „Vom Juniorpartner zum Super-Alliierten“ für eine Veranstaltung am 5. März auf Point Alpha, Referent OSL Klaus Stockmann vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam, Eintritt frei. In der Ankündigung hieß es dann u.a. „Die NVA diente zunächst der Machtsicherung nach innen und war daher erheblicher Kontrolle durch die SED unterworfen“. Dies veranlasste Herrn Döhrer einen Leserbrief an die genannte Zeitung zu senden:

 

Sehr geehrte Damen und Herrn,
sehr geehrte Frau Otto,

nachfolgend übersende ich Ihnen zum o.g. Beitrag einen Leserbrief mit der Bitte um Veröffentlichung:

Am 1. März 1956 wurde die Nationale Volksarmee der DDR (NVA) gegründet. Bis zum gegenwärtigen
Zeitpunkt ist sie die einzige deutsche Armee, die nie einen anderen Staat angegriffen hat. Die Verhinderung eines Krieges in Europa gelang der NVA im Bündnis des Warschauer Vertrages bis zu Auflösung am 2. Oktober 1990. Und das bleibt ihr wichtigstes Alleinstellungsmerkmal sowie ihre wichtigste Errungenschaft in der Deutschen Militärgeschichte. Demgegenüber bescheinigte Spiegel-Gründer Rudolf Augstein im historischen Jahr 1961 der Bundeswehr: "Die neue deutsche Armee wurde nicht gegründet, um den Bonner Staat zu schützen, sondern der neue deutsche Staat wurde gegründet, um eine Armee gegen die Sowjets ins Feld zu stellen. Adolf Heusinger, er hatte als Wehrmachtsgeneral für die Nazidiktatur unter dem Führer Adolf Hitler den Plan "Barbarossa" zum Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 maßgeblich erstellt, wurde 1956 Generalinspekteur der Bundeswehr und somit der ranghöchste Militär der BRD. Knapp zehn Jahre später konnte auf einer internationalen Pressekonferenz am 2. Juli 1965 in Berlin vor der Weltpresse nachgewiesen werden, dass zum damaligen Zeitpunkt von 189 Generalen und Admiralen der Bundeswehr mehr als die Hälfte ehemalige Generalstabsoffiziere der Hitlerwehrmacht waren; auch die übrigen waren ausnahmslos Offiziere der faschistischen Wehrmacht gewesen. Viele von ihnen dienten noch bis Ende der 1970er Jahre. Zwischen 1948 und 1958 dienten acht ehemalige Wehrmachtsgenerale, die im Westen als Verräter galten, in der Volkspolizei, der Kasernierten Volkspolizei (KVP) und der NVA der DDR. Auch in der Zusammensetzung des Führungspersonals offenbarte sich der gegensätzliche Charakter von NVA und Bundeswehr.

Vorab vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen
Rainer Döhrer

 

 

Am Freitag, den 13. März, berichtete das „Freie Wort“ Bad Salzungen über diese Veranstaltung, unter der Überschrift „Eine Armee im Dienste der Partei“. Ganz in diese Richtung wird dann u.a. über eine Aufgabe der NVA zur Abwehr von Angriffen von innen geschwafelt, oder das „Politiker in den in den Kommandeursbüros der Militärs“ saßen. Jeder vergleiche dies mit den Erfahrungen seiner eigenen Dienstzeit. Die Aufgaben der NVA waren in der Verfassung der DDR präzise definiert, dass die SED, im Bündnis mit den anderen Parteien der Nationalen Front, einen entscheidenden Einfluss auf die Verteidigungspolitik hatte ist unstrittig. Bescheinigt wird der NVA eine hohe Gefechtsbereitschaft und ein zumeist sehr guter Zustand der Kampftechnik. Für die Wendezeit positiv vermerkt: „Dass kein Schuss fiel, war auch einem entsprechenden Befehl des Verteidigungsministers und Armeegeneral Heinz Kessler zu verdanken.“ Ein Resümee ziehend wird lapidar festgestellt: „Am 2. Oktober, einen Tag vor der Wiedervereinigung, wurde die NVA aufgelöst.“ Richtigerweise wird auf eine Erwähnung der „Armee der Einheit“ im Beitrag verzichtet.

Aber zurück zum Leserbrief, er wurde in der Ausgabe vom 7./8. März veröffentlicht. Aber wie das mit Leserbriefen so ist, die Redaktionen behalten sich Kürzungen vor, so auch diesmal. Bezeichnenderweise fehlte in der Veröffentlichung der Satz:
„Die Verhinderung eines Krieges in Europa gelang der NVA im Bündnis des Warschauer Vertrages bis zu ihrer Auflösung am 2. Oktober 1990.“

 

 

 

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