21.08.2026
Offener Brief anlässlich des 1. September 1939
Die Veröffentlichung dieses offenen Briefes erfolgt auf Bitten des befreundeten Vereins "Veteranenverband der bewaffneten Organe der DDR e.V.".
Für den Inhalt ist ausschließlich dieser Verein und nicht der "Verband zur Pflege der Traditionen der NVA und GT der DDR e.V. verantwortlich.
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Veteranenverband der bewaffneten Organe der DDR
Am Gutspark 1
18445 Prohn
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Offener Brief anlässlich des 1 September 1939
Unser Vermächtnis ist der Frieden-
Aufruf der Veteranen der bewaffneten Organe der DDR an die Gesellschaft und die Politik.
An die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland, an die Mitglieder des Deutschen Bundestages und die Bundesregierung,
Wir schreiben Ihnen als Menschen, die in einer der gefährlichsten Epochen des 20. Jahrhunderts Dienst an der Waffe taten. Als Veteranen der Nationalen Volksarmee und der bewaffneten Organe der ehemaligen DDR standen wir jahrzehntelang an der vordersten Front des Kalten Krieges. Wir haben die Last der Blockkonfrontation getragen und wir haben 1989/90 miterlebt, wie durch Vernunft, Besonnenheit und den Willen der Menschen ein Weltenbrand verhindert wurde.
Mit der deutschen Einheit ist das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland auch unser gemeinsames Fundament geworden, Es ist für uns kein bloßer Gesetzestext, sondern ein verbindlicher Auftrag zur Friedenssicherung.
Die Verfassung lässt keinen Raum für Zweifel;
- Die Präambel verpflichtet uns alle," als gleichberechtigtes Glied in einem
vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen ".
- Artikel 26 Abs. 1 setzt eine unmissverständliche rote Linie: Handlungen, die
geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, "das friedliche
Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines
Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig".
Aus unserer biografischen Erfahrung heraus wissen wir, dass dauerhafte Sicherheit niemals allein durch militärische Aufrüstung oder das Errichten neuer Mauern entsteht. Wahrer Frieden erwächst aus Dialog, Vertrauensbildung und dem Mut zur Diplomatie. Genau diese Grundsätze fordert das Grundgesetz von der deutschen Politik ein.
Deshalb richten wir als Veteranen diesen dringenden Apell an die Politik und die Öffentlichkeit:
1. Rückkehr zur politischen Besonnenheit: Wir fordern ein Ende der verbalen und Eskalationsspiralen. Die Lehre aus dem kalten Krieg muss sein, dass Gesprächskanäle selbst in Zeiten tiefster Krisen niemals abreißen dürfen.
2. Vorrang der Diplomatie: Im Sinne des Artikels 26 des muss politische Anstrengung der Deeskalation und der friedlichen Konfliktlösung dienen. Militärische Logik darf niemals das politische Handeln dominieren.
3. Abbau von Feindbildern: Wir waren eindringlich vor einer Renaissance des alten Blockdenkens, Eine friedliche Weltordnung kann nur durch Koexistenz und Achtung des Völkerrechts für alle Staaten gesichert werden.
4. Brücken bauen statt Gräben vertiefen: Wir rufen die Bürgerinnen und Bürger auf, sich im gesellschaftlichen Diskurs für Verständigung und gegen jede Form von Kriegshetze. Kriegstüchtigkeit und Spaltung einzusetzen.
Wir haben 1989 bewiesen, dass tiefgreifende historische Krisen ohne Blutvergießen gelöst werden können. Dieses Vermächtnis einer "Volksarmee" ist unsere heutige Verpflichtung. Wir stehen als Veteranen der bewaffneten Organe der DDR bereit, unsere Erfahrungen als Mahner und Brückenbauer einzubringen- für unser Land, für die Verfassung und für den Frieden in der Welt.
Mit besorgten, aber hoffnungsvollen Grüßen,
Die Veteranen der ehemaligen Nationalen Volksarmee und der bewaffneten Organe
gez. Proksch
Präsident des Verbandes
Prohn, den 13.082026