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„…solange wir nicht vergessen, solange wird man uns nicht vergessen…“

Mehr als nur ein Gast

Major a.D. Rainer Paskowski

So zu Ende des vergangenen Jahres erfuhr ich über verschiedene Internetplattformen, das eine Gruppe ehemaliger Angehöriger der Nationalen Volksarmee und anderer  bewaffneter  Organe der DDR  - welche als „Soldaten für den Frieden“  national und international auftritt – vom 02. - 04.03.2018 ein Treffen zu Ehren des 62. Jahrestages der Gründung der Nationalen Volksarmee der DDR organisiert.
Die Überschrift der Veranstaltung „ … solange wir nicht vergessen, solange wird man uns nicht vergessen …“ erschien mir schon recht provokativ aber weckte Interesse an einer Teilnahme; und ich meldete mich mit meiner Frau und sei es nur aus anfänglicher Neugier an, um zu erfahren, was sich dahinter verbirgt …
Nach Vorabgesprächen mit anderen Teilnehmern machten wir uns am 02.03. auf den Weg nach Dresden.
Durch die Verantwortlichen für diese Veranstaltung war sich um die Übernachtungsmöglichkeiten gekümmert worden, und aus dem Veranstaltungsplan heraus waren  wir auch genau informiert, wo wir nächtigen  und was die Tage über geplant ist.
Was uns aber wirklich erwartete übertraf doch  das, was wir erwartet hatten.

Neben uns reisten bereits viele Teilnehmer und vor allen die polnischen und tschechischen Freunde der veranstaltenden Gruppierung am Freitag an, mit denen wir gemeinsam  an einer Spätführung durch das Grüne Gewölbe im Dresdner Schloss teilnahmen. Beim darauffolgenden Abendessen im Hotel wurden wir freundlich und kameradschaftlich integriert. Schon der erste  Abend zeigte  uns, dass dies gelebte Kameradschaft und Freundschaft ist. Worte wie Waffenbrüderschaft kamen wieder in den Sinn und wurden Gesprächsthema; der Abend ging erst früh zu Ende.

                  

Der Veranstaltungssamstag begann mittags mit einer gemeinsamen Kranzniederlegung am Sowjetischen Denkmal für die Gefallenen der 5. Gardearmee. Knapp 80 Personen, nahmen daran teil.
Ein imposanter, in schlichtem Weiß gehaltener Kranz mit der Schleife  „in ehrendem Gedenken  - Soldaten für den Frieden“ wurde durch einen uniformierten NVA- Soldaten nieder- und eine Schweigeminute eingelegt.

                               
               

Hierauf schloss sich ein geführter Besuch im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr – dem ehemaligen Armeemuseum der NVA- an.
Wer das Museum aus DDR- Zeiten kennt, wird von der  Art und Weise der Ausstellung dort enttäuscht; ja man gewinnt auch den Eindruck, dass die Militärgeschichte der Sowjetischen Besatzungszone und anschließend der DDR eher stört, als integriert ist. Wieder einmal zeigt sich  das in Deutschland gestörte Verhältnis zur militärischen  Geschichte und zur eigenen Vergangenheit.

Am Abend folgte dann die feierliche Veranstaltung im Brau- und Ballhaus Watzke.
Alles was ich erwartet hatte, war hier anders.
Im festlich eingedeckten Watzke Saal  trafen sich wirklich Soldaten verschiedener Altersstufen und unterschiedlicher Nationen. Zu nennen  sind die ausländischen Gäste Oberst Vlastimil Binar a.D. (CSSR), Oberstleutnant Ivan Krachtovil (CSR) und Tomasz Ratka  (Republik Polen) und die Vertreter der an der Veranstaltung teilnehmenden Verbände Frank Otto für den  FJTVO und die Majore a.D. Rainer Paskowski  und Reinhard Wohlfahrt des Verbandes zur Pflege der Traditionen der NVA und GT e.V. Es war zu sehen, mit wieviel Stolz viele Teilnehmer ihr Ehrenkleid der NVA trugen.
Neben dem Austausch von Grußadressen und einer kleinen Einführungsrede wurde die gelebte Traditionsarbeit der vergangenen Jahre geehrt. Ein kleines I-Tüpfelchen als Erinnerung für dieses Treffen war eine Sektflasche mit einem Etikett „Soldaten für den Frieden“ original gegengezeichnet von unserem Admiral a.D. Theodor Hoffmann., die auch mich sehr positiv überraschte.
Mit den vielen Gesprächen verging der Abend wie im Fluge und es wurde wieder früher Morgen.

  
            
                            
          

Welches Resümee möchte ich ziehen:
Was soll man sagen, ich fühle mich geehrt an dieser Veranstaltung teilgenommen zu haben und dort als Freund unter Freunden aufgenommen worden zu sein. Es war ein gelungenes Wochenende… übrigens beabsichtigt man,  2019 Leipzig als Veranstaltungsort zu wählen.