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… Thälmann ist niemals gefallen, …

Gedanken zum 75. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann
von Oberstleutnant a.D. Siegfried Eichner 

Vor 3 Wochen habe ich an dieser Stelle von meinen Eindrücken über eine Veranstaltung im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst anläßlich des 75. Jahrestages der Befreiung Belorusslands berichtet.

Seit Ende Juli 1944 stand die Rote Armee an der Grenze des Deutschen Reiches. Ihr Sieg über den deutschen Faschismus war absehbar und nur noch eine Frage der Zeit.

Seit September 1943 kämpften die Westalliierten in Italien, im Juni 1944 landeten sie in der Normandie. Auf dem Balkan gewannen jugoslawische, bulgarische und griechische Partisanen mehr und mehr die Offensive.

Am 20. Juli 1944 versuchten patriotische Kräfte um Oberst Stauffenberg vergeblich Hitler zu ermorden, um einen Ausweg aus dem zerstörerischsten Krieg der Menschheitsgeschichte zu finden.

Mit der Niederlage vor Augen reagierten die faschistischen Machthaber mit Grausamkeit und Brutalität. SS und Wehrmacht begingen nun in den noch besetzten Gebieten Kriegsverbrechen, die bisher beispiellos sind.

Das gescheiterte Attentat auf Hitler war für sie aber auch Anlass, mit neuer Schärfe in Deutschland Widerstandsgruppen und oppositionelle Kräfte zu jagen, aufzuspüren und zu liquidieren.

Besonders hart rächten sie sich an jenen, die ihnen seit Jahren ausgeliefert waren, in Gefängnissen, Zuchthäusern und Konzentrationslagern eingekerkert.

Seit seiner Verhaftung 1933 war Ernst Thälmann zum Symbol des Widerstandes gegen die Hitlerdiktatur geworden. Deren Hass hatte er sich spätestens bei der Reichspräsidentenwahl 1932 zugezogen, als er erklärte, dass „wer Hindenburg wählt, wählt Hitler; wer Hitler wählt, wählt Krieg!“ In all den Jahren seiner Inhaftierung bewies Ernst Thälmann seine Treue zur Sache, Mut und Standhaftigkeit. Seine schärfste Waffe gegen seine Peiniger war seine Menschlichkeit.

Ihre unabwendbare Niederlage vor Augen beschlossen die faschistischen Diktatoren, im Rahmen der nach dem Stauffenberg-Attentat angelaufenen Repressalien gegen jeglichen antifaschistischen Widerstand, auch die beiden deutschen Arbeiterführer Ernst Thälmann und Rudolf Breitscheid zu beseitigen.

Beide wurden in das Konzentrationslager Buchenwald überführt. In der Nacht des 18. August 1944 schlugen die Killerkommandos feige und hinterhältig zu.

Um ihren feigen Mord zu vertuschen, erklärte die Göbbelsche Propaganda, dass Thälmann und Breitscheid Opfer eines anglo-amerikanischen Luftangriffs auf das KZ Buchenwald geworden wären.

Die Lüge währte nur kurz, die Wahrheit über diesen Mord, ebenso wie die Wahrheit über zahllose andere Verbrechen kam ans Licht und führte letztlich zur Verurteilung der faschistischen Diktatur durch das Münchner Tribunal.

Aufgewachsen in der sozialistischen DDR, groß geworden als Pionier und FDJler, meinem Staat als Offizier der NVA gedient, war mir Ernst Thälmann stets ein großes Vorbild. Bis heute ist eine meiner liebsten Soldatenauszeichnungen das Foto vor entfalteter Truppenfahne am Thälmann-Denkmal in der Offiziershochschule in Löbau, die seinen Namen in Ehren trug. Schiffe der Volksmarine waren nach ihm benannt. Thälmann-Ehrenbanner wurden für hervorragende militärische Leistungen an Einheiten und militärische Kollektive verliehen.

Welch ein Unterschied zur Bundeswehr, in der Hitler-Generale immer noch als Namensgeber „geehrt“ werden.

Wenn die Vertreter unseres Verbandes sich am 18. August dieses Jahres wieder an den Denkmälern Ernst Thälmanns verneigen, ehren wir nicht nur einen der größten Söhne des deutschen Volkes, wir ehren einen der entschiedensten Kämpfer gegen Faschismus und Krieg, und wir ehren einen treuen Freund der Sowjetunion.

In dem wir Thälmann ehren, beweisen wir, dass wir zu Recht „Soldaten für den Frieden“ waren und sind.

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