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- Motteler, Julius
Mitbegründer der SDAP
Mitglied des Deutschen Reichstages
geboren 18. Juni 1838 in Esslingen
gestorben 29. September 1907 in Leipzig
Nach der Schulausbildung machte er in Augsburg eine erfolgreiche Ausbildung zum Weber und Tuchmacher.
1859 ging er ins sächsische Crimmitschau wo er in einer Textilfabrik arbeitete.
Hier wirkte er 1863 bei der Gründung des Arbeiterbildungsvereins Crimmitschau mit.
Im gleichen Jahr lernte er August Bebel kennen.
1866 gründete Motteler gemeinsam mit August Bebel und Wilhelm Liebknecht die „Sächsische Volkspartei".
Wegen seiner politischen, im Kaiserreich nicht gewünschten Aktivitäten verlor er seine Anstellung bei der Fabrik in Crimmitschau. Er betätigte sich weiter politisch und war mit Wilhelm Liebknecht und August Bebel
am 16.08.1869 an der Gründung der SDAP beteiligt.
Er kandidierte für den Reichstag im Wahlkreis Zwickau und zog 1874 als Abgeordneter in den Deutschen Reichstag ein.
Zu dieser Zeit war er auch Leiter der parteieigenen Genossenschaftsdruckerei in Leipzig.
Im November 1879 zog er mit seiner Frau im Auftrag der Partei in die Schweiz. Von Zürich baute er ein geheimes Vertriebsnetz für die Zeitung „Der Sozialdemokrat" aus. Die Genossen nannten ihn daher den „Roten Feldpostmeister".
1888 wurde er aus der Schweiz auf Betreiben Deutschlands ausgewiesen und ging nach London. Dort war er u.a. Nachlassverwalter des Marx/Engels-Archiv.
1901 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Leiter der „Leipziger Volkszeitung".
1903 kandidierte er für Leipzig-Stadt und wurde zum 2. Mal in den Deutschen Reichstag gewählt.
Am 29.09.1907 verstarb Julius Motteler in Leipzig. Sein Grab befindet sich auf dem Südfriedhof Leipzig und in Leipzig-Gohlis wurde eine Strasse nach ihm benannt.
An der Sektion MTN erforschte eine Gruppe um Oberst Noack, Oberst Schittko, Oberstleutnant Hafemann in Kooperation mit Generalmajor Wendt vom MfNV sein Leben und Wirken.
Im Ergebnis wurde der Sektion am 07.Oktober 1988 der Name „Julius Motteler" verliehen.
Oberstleutnant a.D. Dipl. Phil. Richard W. Hafermann
15.03.2026