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Die Waffengattung „Luftlandetruppen“
der Streitkräfte der Russischen Föderation

Zusammengestellt nach Berichten der Militärzeitschrift „Krasnaja Swesda“ und aus
Informationen der Pressestelle des Verteidigungsministerium der
Russischen Förderation (RF)
von Generalmajor a.D. Sebald Daum

Luftlandetruppen

Die Waffengattung Luftlandetruppen (LLT) gehört zur Reserve des Obersten Befehlshabers. Sie ist eine Elitetruppe der Streitkräfte der Russischen Förderation Entstanden Ende der 20er Jahre im Kampf gegen die Banditen in Tadschikistan, entwickelte sie sich bald zu einer neuen Waffengattung in der Roten Armee, die anfangs zum Bestand der Luftstreitkräfte gehörte. Schon 1933 gab es 29 „Luftlandebataillone Speziellen Einsatzes“, die mit Fallschirmen aus Flugzeugen abgesetzt werden konnten. Bei den bekannten großen Manöver des Kiewer und Bjelorussischen Militärbezirks im Jahr 1936 wurde bereits der massenweise Einsatz dieser Truppe (1.200 bis 3.000 Mann) aus der Luft durchgeführt.

Ihre erste größere Kampferfahrung sammelte sie im Kampf gegen die japanische Armee am Chalchin-Gol und im „Finnischen Krieg“. Zu Beginn des Großen Vaterländischen Krieges 1941 hatte die Rote Armee fünf Luftlandekorps mit Brigadestruktur als eigenständige Waffengattung, die jedoch auf Grund der entstandenen Lage zu Beginn des Krieges nur als Infanteristen zum Kampfeinsatz kamen. Erst 1942/43, beim Gegenangriff der Roten Armee, bei der Moskauer Operation und dann 1943 als Mittel des Frontoberbefehlshabers im Kampf um den Dnjepr, kam sie als Luftlandetruppe der Front im Rückwärtigen Gebiet des Gegners zum Einsatz.

Im Oktober 1944 gab es schon eine Luftlandearmee, wieder im Bestand der Luftstreitkräfte, die aber bald unstrukturiert in Brigaden, dem neu geschaffenem Kommando der Luftlandetruppen unterstellt wurde.

Nach dem Krieg erfuhren die Luftlandetruppen, hervorgerufen durch die Veränderungen im Militärwesen, der Entwicklung der Kriegstechnik, der neuen Flugzeuge und neuer Bewaffnung, eine schnelle Weiterentwicklung. Bekannt sind die Einsätze der Sowjetischen Luftlandetruppen 1968 zur Einnahme des Prager Flugplatzes und bei Kriegseinsätzen in Afghanistan. Mitte der 80er Jahre waren im Bestand des Kommandos der LLT sieben Garde- Luftlandedivisionen (die 7., 44.,98., 103., 104.und 106.) , zwei Selbständige Regimenter und in den Militärbezirken 14 Selbständige Luftsturmbrigaden. Dabei waren sie ständigen Veränderungen in der Struktur, der Ausrüstung und Bewaffnung unterworfen. Auch nach Bildung der Russischen Föderation setzten sich diese Veränderungen fort. Der Einsatz der Luftlandetruppen im Tschetschenienkrieg brachte auch hierzu neue Erkenntnisse.
Seit 2005 haben die Luftlandetruppen der Russischen Föderation im wesentlichen ihre Struktur als selbständige Waffengattung bis heute beibehalten. Die Bewaffnung und Ausrüstung wurde ständig modernisiert und bei Manövern und Überprüfungen ihre Leistungsfähigkeit getestet.

Die Aufgaben der LLT der Russischen Streitkräfte heute

Sie sind bestimmt für das Einnehmen gegnerischer Objekte aus der Luft und das Erfüllen von Aufgaben im
Rückwärtigen Raum des vermeintlichen Gegners:

  • zur Störung seiner Truppenführung,
  • zum Einnehmen und Vernichten von Präzisionswaffen,
  • zum Stören der Transportwege und Verhinderung der Entfaltung von Reserven,
  • zur Schaffung und Verteidigung von Brückenköpfen und Stützpunkten in einzelnen Richtungen, an Flüssen und offenen Flanken,
  • zum Blockieren und Vernichten abgesetzter gegnerischer Luftlandetruppen im eigenen Rückwärtigen Gebiet
  • und weitere Aufgaben.

Generaloberst Schamanow

 

 

Die Führung der Luftlandetruppen erfolgt durch den Befehlshaber (BH)
Generaloberst Schamanow, Held der Russischen Förderation,
und seinen Kommandostab

 

 

 

 

 

 

Struktur der Luftlandetruppen Verbände und Truppenteile

106. Garde- Luftlandedivision in Tula 106. Garde- Luftlandedivision in Tula
mit
  • 2 Luftlanderegimentern (51. und 137.)
  • 1182. Luftlandeartillerieregiment
7. Garde- Luftsturmdivision in Noworossisk (Gebirgseinsatz)  mit
  • 2 Luftsturmregimentern (108. und 247.)
  • 1141. Luftlandeartillerieregiment
Luftsturmdivision in Pskow 76. Garde- Luftsturmdivision in Pskow
mit
  • 3 Luftsturmregimenter (23. + 104.+ 234.)
  • 1140. Luftlandeartillerieregiment
98. Garde- Luftlandedivision in Iwanowsk
mit
  • 2 Luftlanderegimenter (217. und 331.)
  • 1065. Luftlandartillerieregiment
Alle Divisionen haben ein Fla-Raketenregiment und
entsprechende Waffengattungen und Dienste.
Luftsturmbrigade in Uljanowsk

31. Selbständige Garde- Luftsturmbrigade in Uljanowsk,
(hervorgegangen aus der 104. Garde- Luftlandedivision)

45. Selbständige Luftlanderegiment „Spezieller Bestimmung“

38. Selbständige Nachrichtenregiment der LLT

Dazu kommen noch die aus dem Bestand des Östlichen und des Südlichen Militärbezirks ab 31.12. 2013 in den Bestand des Kommandos der LLT übernommenen Brigaden:

  • 11. Garde- Luftsturmbrigade in Ulan-Ude,
  • 56. Garde- Luftsturmbrigade in Kamischin,
  • 83. Luftsturmbrigade in Ussurijsk
Rjasaner Offiziershochschule Zum Bestand der Luftlandetruppen gehören weiterhin:
  • die Rjasaner Offiziershochschule der Luftlandetruppen für
Kommandeure mit einem Ausbildungszentrum für die Aus- und Weiterbildung von Unteroffizieren der LLT, der Nachrichtentechnik und der KFZ-Technik der Luftlandetruppen
  • die Übungsplätze (Polygone) der LLT in Iwanowsk und Uljanowsk,
  • Lager und Einrichtungen.

 

Kampftechnik der Luftlandetruppen

Kampfmaschine der LLT – BMD – 3

Kampfmaschine der LLT – BMD – 3

Gewicht: 12.9 t schwimmfähig
Besatzung: 7 Mann ( 3 + 4)
Bewaffnung:

  • 30 mm automatische Kanone
  • Panzerabwehrraketenkomplex „Konkurs“
  • 30 mm automatischer Granatwerfer „AG – 17“
  • 7,62 mm MG „PKT“
  • 5,65 mm MG „PPKS –74“

 

Kampfmaschine der LLT – BMD – 4

Kampfmaschine der LLT – BMD – 4

Gewicht: 13,6 t schwimmfähig
Besatzung: 7 Mann (3 + 4)
Bewaffnung: 100 mm Panzerkanone

Panzerabwehrraketenkomplex– „Kornet–Je“

Panzerabwehrraketenkomplex– „Kornet–Je“ auf der Basis des Schwimmpanzers BTR- D

Besatzung: 3 Mann
Bewaffnung: 152 mm Panzerabwehr-Lenkrakete
Schussweite: 100 -5.500 m
gelenkte Rakete auf Laserbasis

 

Tragbare PALR „Kornet“

 

Tragbare PALR „Kornet“
Tragbares Gerät „Kornet“

Selbstfahrende Artilleriegeschütz – 2 S 9 „NONA – S“

Selbstfahrende Artilleriegeschütz
2S9 „NONA–S“

Gewicht: 8,7 t
Besatzung: 4 Mann
Bewaffnung: 120 mm Kanone
Schussweite: 8,8 km

Selbstfahrende Panzerabwehrkanone – SPTP „SPRUT–SD“

Selbstfahrende Panzerabwehrkanone – SPTP „SPRUT–SD“

Gewicht: 18 t
Besatzung: 3 Mann
Bewaffnung:

  • 125 mm Kanone
  • 7,62 mm MG „PKTM“

Die Hauptbewaffnung ist lufttransportfähig und kann mit Fallschirmen abgesetzt werden.
Zu dieser Technik kommen noch gepanzerte und ungepanzerte Jeeps, LKWs und Waffensysteme
der Waffengattungen und Dienste. Für die nächsten Jahre ist die Ausrüstung mit verbesserten Waffensystemen vorgesehen. So werden 2014 in den LLT die verbesserte Luftlande-Kampfmaschine BMD – 2, ( ca. 200 Stück), die BMD – 4 mit einem automatisierten Führungssystem (ASU), für die Luftabwehr die verbesserte „Strehla – 10“, der Schützenpanzerwagen BTR für den Funkelektronischen Kampf, verbesserte Systeme für den Lufttransport und neuere, verbesserte Fallschirme D – 10 und „Arbalet“eingeführt. Zum Transport und zum Absetzen der Truppen und Technik werden die Transportflugzeuge IL – 76, AN –2, AN –12, AN –26 und die Hubschrauber Mi – 8 der Transportfliegerkräfte eingesetzt.



Neue und modernisierte Kampftechnik, die im Jahre 2014 bei den LLT eingeführt wird

Kampfmaschine BMD – 2

Kampfmaschine BMD – 2 Gewicht: 8,2 t
Besatzung: 7 Mann (2 + 5)
Bewaffnung:

  • 30 mm automatische Kanone, stabilisiert
  • 7,62 MG
  • Abschussgerät für Lenkraketen (3 PALR)
BMD – 4 mit ASU „Andromeda- D“

BMD – 4 mit ASU
„Andromeda- D“
ASU:Automatisiertes (Feld)führungssystem

Flugabwehrraketenkomplex „Strela – 10“

Modernisierter
Flugabwehrraketenkomplex
„Strela – 10“

Luftlandesystem „Schelf“

Luftlandesystem „Schelf“
ohne die bisher übliche
Luftlandeplattform

SPW – Funkelektronischer Kampf

SPW –
Funkelektronischer
Kampf

Feldführungssystem „Andromeda – D“

Feldführungssystem
„Andromeda – D“
Vom Befehlshaber über die Kommandeure und Stäbe bis zum Kampffahrzeug

Neuer Fallschirm „Arbalet“

Neuer Fallschirm „Arbalet“
für Aufklärerungseinheiten
und Einheiten der „Speziellen
Bestimmung“

Neues Fallschirmsystem

Neues Fallschirmsystem
Für Sprünge aus bis zu 4000m
Höhe aus Flugzeugen mit
Geschwindigkeiten bis 400km/h
beim Absetzen