14.01.2026
Das Vermächtnis von Karl und Rosa –
aktuell wie lange nicht
Das zweite Wochenende im Januar ist traditionell dem Gedenken an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gewidmet.
Am Sonnabend findet die Rosa-Luxemburg-Konferenz statt, in diesem Jahr bereits zum 31. Mal. Die Regionalgruppe Berlin präsentiert unseren Verband auf dieser Konferenz immer mit einem Info-Stand.
Am darauf folgenden Sonntag besuchen wir gemeinsam mit Vertretern der Regionalgruppe Strausberg die Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde.
Die derzeitige politische Situation in der Bundesrepublik Deutschland in der sich maßgebend Politiker in einer schon wahnhaften Kriegshysterie und Kriegsrethorik ergehen, zeigt, wie aktuell das Vermächtnis von Rosa und Karl heute immer noch ist. Ihre konsequente Verurteilung imperialistischer deutscher Kriegspolitik ist deshalb nach wie vor wichtige Traditionslinie für die Arbeit in unserem Verband.
Richtig bleibt auch der Ausruf von Karl Liebknecht: „Der Feind steht im eigenen Land“ – nicht irgendwo weit hinter der ostwärtigen Grenze.
Neben dem Krieg in der Ukraine standen ebenfalls der israelische Krieg im Gazastreifen gegen die Palästinenser und auch der militärische Überfall der USA auf Venezuela zur Entführung dessen rechtmäßigen Präsidenten Maduro im Kontext der Veranstaltungen.
Dem regelmäßigen Teilnehmer an der Konferenz fiel sowohl der in diesem Jahr etwas stärkere Besucherzustrom auf, als auch die weiter gewachsenen Beteiligung vieler Jugendlicher, insbesondere von Studenten, die überwiegend als Gruppen aus den alten Bundesländern angereist waren. Aufgrund dieser Spezifik war ein reges Interesse an Themen zur DDR sowie zur Geschichte der NVA und aller bewaffneter Organe der DDR zu verzeichnen. Erschreckend waren aber auch wirklich nur rudimentäre Kenntnisse über die DDR, ein beredtes Zeugnis der Qualität der Bildung in der BRD. Auffallend war zugleich ein reges Interesse an marxistischer Literatur, die wir mit unserem beschränkten „antiquarischen“ Angebot nicht befriedigen konnten. Ich hätte nie erwartet, dass so viele junge Leute nach „6 mal Rot und 6 mal Blau“ fragen.
Über den ganzen Tag verteilt gab es zahlreiche Gelegenheit zu Gesprächen und Diskussionen mit jungen Menschen, aber auch mit Veteranen, die so manche „Schlacht im Klassenkampf“ ausgefochten hatten.
Am Sonntag waren wir dann in der Gedenkstätte in Friedrichsfelde. Gemeinsam mit Genossen der RG Strausberg legten wir am zentralen Gedenkstein unser Blumengebinde ab und besuchten natürlich auch die Grabstätte unseres Ministers Armeegeneral Heinz Hoffman.
Andreas Reinicke, Mitglied unserer Berliner Gruppe, hatte sich entschieden, dieses Mal mit dem Demonstrationszug mit zu gehen.
Seine Eindrücke füge ich hier an.
Siegfried Eichner
Regionalgruppe Berlin
Demonstration am 11. Januar 2026 in Berlin anlässlich der Ermordung
von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht
Wie in jedem Jahr fand auch in diesem Jahr am 11. Januar 2026 die Demonstration anlässlich der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vor 107 Jahren statt.
Die Demonstration begann am U-Bahnhof Frankfurter Tor und endete an der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin Friedrichsfelde.
In diesem Jahr wurde das Motto erweitert und die Demonstration unter anderem auch dazu genutzt um gegen den feigen Überfall der USA auf Venezuela zu demonstrieren. Die Teilnehmer verlangen von den USA die Freilassung des Präsidenten von Venezuela Nicolas Maduro und dessen Ehefrau, die durch einer militärischen Intervention der US-amerikanischen Streitkräften gefangen genommen und in die USA entführt wurden.
Der israelische Krieg im Gazastreifen war ebenfalls eine erweiterte Thematik für diese Demonstration.
Nicht zu vergessen, der Ukraine Konflikt.
Ich hatte mich dazu entschlossen mit zu marschieren, weil die aktuellen Ereignisse einfach einen starken Protest der friedlichen Bevölkerung brauchen. Ich hatte mich für die Kundgebung mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft für rechtliche und humanitäre Unterstützung, Hans Bauer, verabredet, um gemeinsam zu demonstrieren. Da Hans Bauer auch DKP Mitglied ist, sind wir an der Spitze des DKP- Blocks mitgelaufen.
Es war in diesem Jahr besonders schwierig die Gedenkstätte zu erreichen, da eine Riesenbaustelle das Betreten erheblich einschränkte. Wir besuchten persönlich die Gräber von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht innerhalb der Gedenkstätte an denen viele Teilnehmer der Demonstration rote Nelken niederlegten, um der Arbeiterführern ehrenvoll zu gedenken.
Als positiv möchte ich anmerken das es keine größeren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den friedlichen Demonstranten gegeben hat. Als negativ muss man hier benennen, dass die Strecke für den Weg der Demonstration schlecht von Eis und Schnee befreit war und somit sich Gefahren für Stürze von Teilnehmenden ergeben haben.
Der Beginn der Demonstration wurde auch um 30 Minuten hinausgezögert, bei Temperaturen um -8 Grad Celsius, was eine zusätzliche Belastung für die Teilnehmer darstellte.
Andreas Reinicke,
Hauptmann. a.D.,
Regionalgruppe Berlin