10.09.2026

 

Blumen für Piskarewka

 

Es gibt Ereignisse in der Geschichte, die sind untrennbar mit einem Datum verbunden. Ein solches Datum ist der 1. September: es ist untrennbar mit dem Beginn des 2. Weltriege 1939, mit dem heimtückischen, völkerrechtswidrigen Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen verbunden.
Es war aber auch ein 1. September, diesmal der 1. September 2026, den der Bundeskanzler zum Anlass nahm, um seine Entscheidung zur Schließung des Generalkonsulats der Russischen Föderation in Bonn und des „Russischen Hauses“ in Berlin zu verkünden.
Für diese Entscheidung muss der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig-Halle herhalten, für den Russland verantwortlich gemacht wird. Bisher fehlen dafür aber jegliche stichhaltige Beweise, nur Vermutungen Annahmen und Unterstellungen.
Die entscheidende Frage in diesem Zusammenhang ist, ob der Kanzler für diesen Auftritt bewusst den 1. September ausgewählt hat oder ob das nur ein Zufall war.
Trifft Fall 2 zu, wäre zu klären, ob im Kanzleramt nur Leute ohne politisch-historische Kompetenzen tätig sind. Trifft Fall 1 zu, wäre das mehr als nur ein Fingerzeig darauf, dass die Bundesregierung bereit ist, einen Krieg mit Russland zu riskieren.

Am 8. September 2026 konnte ich an einer Veranstaltung in der Russischen Botschaft teilnehmen. Unsere Freunde von der Gesellschaft für Deutsch-Russische Freundschaft hatten um diesen Termin in der Botschaft gebeten. Und ich kann Euch versichern, dass dieser Termin mehr als bewusst gewählt war.
Vor 85 Jahren, am 8. September 1941 schloss die faschistische Wehrmacht ihren Blockadering um Leningrad.
Während der nachfolgenden 872 Tage der Belagerung verloren 1,1 Millionen Einwohner der Stadt an der Newa ihr Leben. Die meisten verhungerten, aber auch deutsche Artillerie und Luftangriffe forderten ihre Opfer. Die Mehrheit von ihnen fand ihre letzte Ruhestätte in den Massengräbern des Piskarewsky-Gedenkfriedhofs.
Die Blockade Leningrads durch die faschistische Wehrmacht war nach internationalen und Kriegsrecht ein Kriegsverbrechen dass als solches bis heute durch die Bundesrepublik nicht anerkannt wird.

 
Die Gesellschaft für Deutsch-Russische Freundschaft nahm diesen 85 Jahrestag zum Anlass, um Spenden zu sammeln, insbesondere zur Erhaltung und Verschönerung des Piskarewsky-Gedenkfriedhofs. Eine erste Rate in Höhe von 4.000 Euro übergab Torsten Rexin an den Russischen Botschafter. 

In seinen Dankesworten sprach der Botschafter die derzeitig außerordentlich schwierigen Stand der deutsch-russischen Beziehungen an, dass Russland dem deutschen Volk in keiner Weise feindlich gegenüberstehe.
Ehrengast der Veranstaltung war Valentina Handke, die als Siebenjährige die Blockade überlebte. Sie heiratete später einen DDR-Journalisten und zog mit ihm in die DDR.
Natürlich gab es an diesem Tag reichlich Zeit für Gespräche und Diskussionen unter Freunden. Es war Botschafter Netschajew anzumerken, dass er ein großes Vergnügen an diesen Gesprächen unter Freunden hatte und er diese sichtlich genoss.

 

"Blumen für Piskarewka" so heißt der Spendenfond, den die Gesellschaft für Deutsch-Russische Freundschaft aus Anlass des 85 Jahrestages des Beginns der Blockade von Leningrad, die am 8. September 1941 begann und 872 Tage andauerte, aufgelegt hat. 

Alle sind aufgerufen, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Wir wollen damit die Opfer unterstützen, die Erinnerung bewahren und die Denkmalanlage pflegen. 

Dieser Genozid ist im Ausmaß und Unmenschlichkeit einzigartig. 

Den Hinweis auf das Spendenkonto findet Ihr über den angefügten link.

Blumen für Piskarewka


Siegfried Eichner

Regionalgruppe Berlin Marschall der Sowjetunion „Tschuikow“

 

 

 

 

 

 

 

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