Bericht zu Veranstaltungen
der Regionalgruppe Potsdam im Juni und August 2019

 

Wie in jedem Jahr nutzte die Regionalgruppe Potsdam die Sommermonate zur Durchführung von Veranstaltungen außerhalb unseres regelmäßigen Treffpunktes.

Hierbei gibt es traditionell eine sehr enge Zusammenarbeit mit den Genossen von ISOR aus dem Raum Potsdam und Umgebung. Da viele Genossen nicht mehr selbst mobil sind werden Fahrge­mein­schaften organisiert, um die doch manchmal weiter entfernten Ziele für alle erreichbar zu machen. Schwerpunkt war in diesem Jahr der Besuch von alten militärischen Anlagen um die Geschichte und die jetzige Nutzung kennen zu lernen.

Die Juni-Veranstaltung fand am 11.06.2019 in „Altes Lager“ bei Jüterbog statt.

Teilgenommen haben ca 20 Genossinnen und Genossen. Hier war das Ziel der „Shelter Albrecht“. Der Name ist etwas irreführend, weil aus dem englischen entlehnt und heißt eigentlich Unterstand. In diesem Fall eine mit Erde bedeckte Rundbogendeckung, wie sie nach dem Sechs-Tage-Krieg 1968 zwischen Israel und Ägypten überall bei den Streitkräften des Warschauer Vertrages errichtet wurden. Dies war eine Lehre aus den hohen Verlusten die die ägyptischen Luftstreitkräfte gleich zu Beginn des Krieges am Boden erlitten. Die Bezeichnung „Albrecht“ wurde gewählt, weil sich ganz in der Nähe die Luftschiffhalle Albrecht in Niedergörsdorf bis 1921 befand.

Shelter Albrecht

Der Shelter Albrecht vor dem Umbau durch die Familie Stark

1997 kaufte die Familie von Elke und Helmut Stark dieses Objekt und baute es bis 2000 um. Es wurde ein energetisch vollkommen autarkes Gebäude hergestellt, in dem die Familie tatsächlich wohnt. Sicher ein gelungenes Beispiel für die Nutzung von ehemals militärischen Anlagen für ein ziviles Leben.

Von 2001 bis 2005 erfolgte dann der Bau der Außenanlagen und der Pension sowie die Errichtung des Museums über die Garnison Altes Lager seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Helmut Stark ist ständig bemüht entsprechende Ausstellungsstücke zu erwerben und hat es sogar geschafft eine ehemals hier genutzte Mi-2 wieder nach Altes Lager zu bringen, die sich inzwischen schon in Italien befand. Viel Arbeit hat er sich für sein jetziges Rentnerdasein aufgehoben.

Shelter Albrecht

Außenansicht des Wohnhauses vor einigen Jahren

Shelter Albrecht

Der Partyraum im Inneren

Shelter Albrecht

Gruppenfoto der Regionalgruppe Potsdam vor dem Shelter Albrecht

Der Tag klang mit einem gemeinsamen Mittagessen im Gasthof Tiefenbrunnen an der B 102 aus, bei dem wir das Gesehene nochmals diskutierten.

 

Am 13. August 2019 führte uns unser Weg nach Wünsdorf.

Dieses Mal begleiteten uns auch etwa 15 Genossen von ISOR, sodass wir mit einer stattlichen Gruppe von etwa 30 Genossinnen und Genossen um 10:30 Uhr die Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf erreichten.

Nach kurzer Begrüßung ging es dann zur etwa zweistündigen Führung entlang der vollständig zerstörten Bunker 1 bis 6 zu der Bunkeranlage Maybach I und in den Nachrichtenbunker Zeppelin.

Übersichtsplan

Erbaut wurde die Bunkeranlage Maybach I in den 1930er Jahren in einer sehr kurzen Zeit von eineinhalb Jahren. Die Erwähnung der Bauzeit durch den Tour Führer Hans- Albert, führte zu schallendem Gelächter bei den Teilnehmern in Anbetracht der Tatsache, dass heutige hässliche Betonbauten wie Flugplätze, mehrere Jahrzehnte bis zur Fertigstellung benötigen.

Untergebracht war in der Anlage Maybach I in Vorbereitung und während des zweiten Weltkrieges das Oberkommando der Wehrmacht mit über 6.000 Personen. Erst gegen Ende des Krieges wurde der Komplex geräumt, sodass die Sowjetarmee auf eine völlig leere Anlage stieß als sie im Frühjahr 1945 Wünsdorf erreichte. Entsprechend den Vereinbarungen der Alliierten des 2. Weltkrieges, wonach alle militärischen Anlagen Deutschlands zu zerstören waren, begann die Sowjetarmee unverzüglich mit der Sprengung der Bunkeranlagen. Nicht so die Amerikaner und Briten, die solche Anlagen sofort weiter nutzten.

Anlage Maybach

Bunker der Anlage Maybach I mit deutlich sichtbarer Skelettkonstruktion

Anders als die Maybach Bunker wurde der Nachrichtenbunker Zeppelin von der Sowjetarmee nach aufwändigem Umbau weiter genutzt bis 1994. Hier befand sich bis zum Abzug der Streitkräfte die Nachrichtenzentrale „Ranet“, von der aus sämtliche Nachrichtenverbindungen geführt wurden. Manch einer wird sich noch erinnern wenn beim Wählen einer gedeckten Verbindung "Ranet" am anderen Ende der Leitung war.

Der Bunker Zeppelin/Ranet lässt sich über einen ebenerdigen Eingang betreten.

Anlage Maybach

Eingang zum Bunker Zeppelin, früher mit LKW befahrbar.

Anders als der Einstieg war der Wiederaufstieg aus 18 m Tiefe dann doch für einige ältere Genossen etwas beschwerlich, weil es über 80 Stufen zu steigen galt.

Aber selbst unsere 90 jährigen haben das noch geschafft.

Gruppenfoto

Alle wieder oben angekommen

Mittagessen

Auch dieser Ausflug endete mit einem ausgiebigen Mittagessen. Dieses Mal im Restaurant Akropolis. Es gab wie bei Griechen üblich ein reichhaltiges Essen, so dass alle wieder gestärkt den Heimweg antreten konnten.

Fazit: Beide Maßnahmen waren sehr interessant, da sie einen Einblick in die Tätigkeit unserer Waffenbrüder gaben, der früher nicht allen Armeeangehörigen zugängig waren. Deshalb gab es danach auch nur positive Kritiken. Und etwas dazu zu lernen gab es allemal. An dieser Stelle einen Dank an unseren Tour Führer Hans- Albert für seine sachkundigen Ausführungen.

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