18.03.2026
Treffen der Waffenbrüderschaft 2026
Festwochenende der Regionalgruppe Schwerin anlässlich
des 70. Jahrestages der Gründung der Nationalen Volksarmee
Die Regionalgruppe Schwerin „Hans Kahle“ hat in Zusammenarbeit mit sieben Korporativen Mitgliedern und befreundeten Gruppierungen das „Treffen der Waffenbrüderschaft 2026“ in Demen vom 27.02.2026 bis zum 01.03.2026 geplant und durchgeführt, schließlich gilt in Mecklenburg: “Feste muss man feiern, wie sie fallen!“.
Bereits am 06.03.2025, und somit auf der Festveranstaltung der IG „Soldaten für den Frieden“ in Katowice/Polen, startete die Planung des 10. Treffens der Waffenbrüderschaft in Mecklenburg. Zum Ende des Sommers 2025 und nach der Wahl der neuen Leitung der RG Schwerin mit Genossen Silvio Pfeffer als Leiter wurde klar, dass es aufgrund von Interessenverbindungen und Terminüberschneidungen nur eine gemeinsame Feier geben könnte. Somit mussten Räumlichkeiten und Übernachtungsmöglichkeiten gefunden werden, die den Bedürfnissen der Regionalgruppe und der kooperierenden Gruppen gerecht werden würden.
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Diese Räumlichkeiten wurden im Evita-Forum auf dem Gelände des ehemaligen Standortes der 5. Raketenbrigade der NVA in Demen nahe Schwerin gefunden. Nachdem Mitte Dezember 2025 der Ort der geplanten Feierlichkeiten feststand, galt es, 218 Übernachtungen zu planen, ein Programm inklusive Festempfang für ca. 150 Teilnehmer sicherzustellen sowie dabei den Spaß und die Freude des Wiedersehens nicht zu kurz kommen zu lassen. Unterstützung bekamen wir dabei vom Militärhistorischen Verein Demen e.V. mit seinem Konversions- und Raketenmuseum und vom Militärhistorischen Museum Neustadt-Glewe.
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Luftaufnahme vom Gelände des EVITA-Forums
Am 26.02. reisten das „Vorkommando“ sowie die ersten Teilnehmer aus Dresden und Triest/Italien in Demen an. Während sich die Gäste am Starttag Schwerin und Umgebung anschauen konnten, bereitete das Orga-Team die Zimmer für ein persönliches Willkommen und den Ballsaal im ehemaligen Haus der Armee für den festlichen Empfang am Samstag vor.

Der festlich geschmückte Ballsaal im ehemaligen Haus der Armee
Somit stand dem Wochenende und den Feierlichkeiten nichts mehr im Wege. Für die Sicherstellung von Frühstück, Abendbrot und Festbüfett zeichneten die ortsansässige UVM Kulinaria GmbH & Co. KG zusammen mit der Seewarte Gastronomiebetriebsgesellschaft aus Schwerin verantwortlich.
Der 70. Jahrestag sollte in einem würdigen Rahmen begangen und gefeiert werden, auch wenn es diesbezüglich massiven Widerstand einiger aus den Reihen des Vorstandes und des Ältestenrates unseres Verbandes gab.
Die am Freitag anreisenden Teilnehmer aus sechs Nationen trafen sich traditions- gemäß am Nachmittag im Hotel bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen und zum Abendbrot im ehemaligen Haus der Armee des Standortes.
Der Samstag startete mit einem gemeinsamen Frühstück und dann konnten unsere Gäste entweder die Landeshauptstadt Schwerin besuchen oder an der Besichtigung des Konversions- und Raketenmuseums vor Ort teilnehmen, unterbrochen von einem unkonventionellen Eintopf mit Würstchen zur Mittagszeit.
Die Gespräche im Raketenmuseum waren für viele Teilnehmer auch dadurch interessant, weil hier Technik zu bestaunen ist, die die meisten nur aus der Literatur oder aus Fernsehberichten kennen. Selbst die NATO bzw. die Bundeswehr erfuhren von der genauen Struktur und der Bewaffnung der im Standort Demen dislozierten 5. Raketenbrigade und der BRTB-5 erst ab dem 2. Februar 1990.
Ehemalige Angehörige dieser Truppenteile führten unsere Teilnehmer und Gäste individuell durch die Museumsräume und beantworteten gern die zahlreichen Fragen.
Bilder aus dem Konversions- und Raketenmuseum Demen

Zum Höhepunkt des Wochenendes wurde aber der Festempfang anlässlich des 70. Jahrestag der Gründung der Nationalen Volksarmee der DDR.

Die Leitung der Regionalgruppe begrüßte jeden der 150 Gäste – unter ihnen 6 „Soldaten der ersten Stunde“ - am Eingang zum festlich geschmückten Ballsaal. Viele der geladenen Teilnehmer und Gäste erschienen mit ihren Partnerinnen und Partnern.
Pünktlich um 17:15 Uhr eröffnete der Leiter der Regionalgruppe mit einer kurzen Begrüßung den Abend:
„Guten Abend!
Ja, was will man an einem solchem Tage zur Begrüßung auf einem Festempfang sagen?
Ich bin nur dazu da, Euch - den „Soldaten der ersten Stunde“ und denen die Euch folgten - zu sagen, dass dies Euer Abend ist.
Also möchte ich zuallererst, dass wir unsere Gläser in die Hand nehmen, um anzustoßen. Anzustoßen auf 70 Jahre Armee des Friedens.
Erheben wir uns und unsere Gläser auf die, die 1956 so weit- und umsichtig waren, unsere Nationale Volksarmee zu gründen. Trinken wir auf unsere Freunde und Kameraden, die nicht mehr unter uns weilen und grüßen wir die, die heute nicht bei uns sein können; aber vor allem genießen wir es, als Freunde unter Freunden zu sein. Und genau das lassen wir uns von niemand verbieten!
So wie wir heute am Vorabend des 70. Jahrestages der Gründung der Nationalen Volksarmee der DDR hier zusammen sitzen und auch ein wenig darüber nachdenken, was sich die Gründungsväter am Vorabend des 01. März 1956 gedacht haben, so werden damals viele junge zukünftige Soldaten überlegt haben, worum ging es denn wirklich mit dieser Gründung.
Die Antwort klingt so simpel und doch so ernst: Es ging einzig und allein nur um die Sicherung des Friedens und ihrer jungen Heimat DDR!“
Die Festrede hielt Generalmajor a. D. Manfred Jonischkies, langjähriger Kommandeur der 8. MSD in Schwerin und letzter Chef des Militärbezirkes V.
Er berichtete von der Anfangszeit und dem Ende der Nationalen Volksarmee 1990 und seinem eigenen Werdegang in der Armee vom Offiziersschüler bis zum General.
Generalmajor a.D. Manfred Jonischkies während der Festrede.
v.l.n.r.: Hauptmann a.D. Andreas Gramm, Oberleutnant a.D. Kirsten Wienke,
Korvettenkapitän a.D. Holger Neidel und Hauptmann a.D. Jürgen Wienke
Was an einem solchen Tage nicht fehlen durfte, waren Ehrungen engagierter und langjähriger Mitglieder unserer Regionalgruppe.
So wurden Oberleutnant a. D. Kirsten Wienke, Hauptmann a. D. Jürgen Wienke und Oberwachtmeister a. D. Hartmut Guttermann für ihr persönliches Engagement mit der Ehrennadel des VTNVAGT sowie Generalmajor a. D. Manfred Jonischkies und Major a. D. Rainer Paskowsky mit dem Ehrenwimpel unserer Regionalgruppe geehrt.
Die Genossen Jonischkies und Paskowsky haben unsere Regionalgruppe in den vergangenen 13 Jahren zu dem gemacht, was sie heute ist.

Im Verlaufe des Abends verlas Major a. D. Ronald Siegel die Grußworte des Verbandsvorstandes und Ältestenrates. Unsere polnischen und tschechischen Freunde überbrachten emotionale Grüße und Gratulationen, welche von allen Anwesenden gerührt entgegengenommen und mit viel Beifall bedacht wurden.
Um 18:30 Uhr wurde das Büfett eröffnet und die Feier nahm ihren Lauf bis in die frühen Morgenstunden. Für einen Höhepunkt sorgte ein angemessenes Feuerwerk. Um Mitternacht begrüßten wir den 1. März und damit unseren Ehrentag mit dem Abspielen der Nationalhymne der DDR und dem Erheben unserer Gläser auf den 70. Jahrestag unserer Friedensarmee.
Tisch Nummer 1. Hier hatten zwei „Soldaten der Ersten Stunde“ mit ihren Partner Platz
genommen: Major a.D. Heinz Endrigkeit (3. v. r) und Hauptmann Frank Hinzpeter (2. v. l)
Der Abend war erfüllt mit Gesprächen, Musik und Tanz. Unser Stamm-DJ Ulli unterhielt uns mit Musik und die „Tanzbeine“ wurden von Alt und Jung geschwungen.
Am Sonntag, dem 1. März, begann der Rückreisetag für die Übernachtungsgäste mit einem Gläschen Sekt oder O-Saft beim Frühstück, dann folgte die Heimreise.
Rückblickend waren diese drei Tage für uns ein Fest der positiven Emotionen, der bleibenden Eindrücke, der interessanten Gespräche und des vielfältigen Austausches, an die wir uns sicherlich noch lange gemeinsam erinnern werden.
Und nun ein Resümee zur Veranstaltung aus der Slowakei:
„[…] Erlaube uns, Dir noch einmal zur gelungenen Organisation der Veranstaltung zu gratulieren. Es war uns eine große Freude, bei diesem wunderbaren Event dabei zu sein. Das Zusammentreffen mit den älteren Genossen, die uns mit offenen Armen empfangen haben, stimmt uns glücklich. […] Wir hoffen, auch bei der nächsten Veranstaltung dabei sein zu können […]“

Im Laufe der Tage konnten Teilnehmer die Erinnerungspakete mit der Medaille „Nationale Volksarmee – 70 Jahre Armee des Friedens“ erhalten.
Die Leitung der Regionalgruppe Schwerin „Hans Kahle“