14.06.2026

Späte Einsicht der Europäischen Union

Mit Putin, sprich Russland, reden wir nicht, das war die Position der Europäischen Union. Passte zur Aussage unser ehemaligen Außenministerin Baerbock, es geht darum Russland zu ruinieren! Diesem Kurs folgte bis in die jüngste Zeit auch ihr Amtsnachfolger Wadephul. In einem Interview für t-online am 5. Mai wurde er gefragt, warum er nicht mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow spreche, die Antwort: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt mache es keinen Sinn, da Russland keinerlei Verhandlungsbereitschaft erkennen lasse. Müßig zu erwähnen, dass Russland substantielle Verhandlungen auch mit der EU nie abgelehnt hat.

Aber Politik ist ein schnelllebiges Geschäft. Am 9. Mai, die Russische Föderation feierte den 81. Jahrestag des Sieges über den deutschen Faschismus, gibt es plötzlich andere Töne aus Brüssel. EU-Ratspräsident Costa erklärt die Bereitschaft, sich an Friedensverhandlungen zu beteiligen. (Meldung ntv. vom 9.05.26) Ein Satz dieser Meldung sei hier wörtlich zitiert: „Im richtigen Moment werde man natürlich Gespräche mit Russland führen müssen, um gemeinsame Sicherheitsfragen zu besprechen.“

Der Ukraine-Krieg wäre mit großer Wahrscheinlichkeit zu verhindern gewesen, wenn man sich diesen gemeinsamen Sicherheitsfragen seitens der EU/NATO schon im Herbst 2021 gewidmet hätte. Es sei daran erinnert, dass Russland zu diesem Zeitpunkt umfangreiche Vorschläge dazu an USA, NATO und EU gerichtet hatte. Vorschläge wohlgemerkt als Verhandlungsgrundlage! Diese Initiative Russlands erfuhr eisige Ablehnung. Die weitere Entwicklung ist bekannt, es entbrannte der Stellvertreter-Krieg in der Ukraine. Welche menschlichen und materiellen Verluste hätten vermieden werden können, wenn die jetzige Einsicht des Herrn Costa schon damals Handlungsgrundlage von NATO und EU gewesen wäre.

Hoffentlich hat es die Erkenntnis, dass es Frieden in Europa nur mit Russland geben kann, auch in die Hirne weiterer Politiker geschafft. Auf eine Aufzählung von Politikernamen, die bisher solche Verhandlungen kategorisch ausschlossen, sei an dieser Stelle verzichtet. Besser spät als nie!

 

Friedemann Munkelt,
Oberst a.D.

 

 

 

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