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Erklärung des Vorstands

  • Warum Trennung vom Traditionsverband  Nationale Volksarmee e.V.?
  • Warum Gründung  des Verbandes zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR?

Viele Mitglieder und Sympathisanten unseres Verbandes fragen uns zu Recht: war eine Trennung vom Traditionsverband NVA e.V. und die Gründung eines neuen Verbandes unvermeidlich?

Sie war es !

Alle Versuche, eine Spaltung zu verhindern, waren erfolglos. Notwendige Veränderungen und selbst Kompromissangebote wurden entschieden zurück gewiesen, praktische Maßnahmen hintertrieben. Das Votum von ca. 2/3 der Mitglieder des Verbandes, das die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung forderte, wurde ohne Rücksicht auf die Satzung  einfach ignoriert. Immer häufiger drohte man mit der Anwendung juristischer Mittel. Schließlich schloss eine Präsidiumsmehrheit den abwesenden früheren Geschäftsstellenleiter zu seinem 80.Geburtstag aus dem Verband aus und ein paar Wochen später auch den Präsidenten des Verbandes. Der Vorsitzende des Ältestenrats, sein Stellvertreter und der Vorsitzende der größten Regionalgruppe des Verbandes erhielten eine Missbilligung wegen einer „ungesetzlichen“ Befragung unserer Mitglieder. Zur Durchsetzung dieser Ziele wurde auch die Schiedsstelle instrumentalisiert.

Nun war der Rubikon endgültig überschritten. Einige Regionalgruppen kündigten ihren Austritt aus dem Verband an, falls in Kürze keine grundlegenden Veränderungen stattfänden. Zwei Ehrenmitglieder gaben Ihre Urkunden zurück.

Wir mussten handeln !

Wir konnten und wollten unseren Traditionsverband  nicht dem Verfall Preis geben und ihn auch nicht dem alten Präsidium überlassen. Nach gründlicher Beratung mit den Vorsitzenden der Regionalgruppen, dem Ältestenrat und einigen Präsidiumsmitgliedern, berief der Präsident des Traditionsverbandes Nationale Volksarmee  e.V. im Dezember 2012 – nach einem letzten, vergeblichen Aufruf an das alte Präsidium zum Einlenken  – zum 26. Januar 2013 die von ca. 200 Mitgliedern geforderte  außerordentliche Mitgliederversammlung satzungsgemäß ein.  Die ca. 120 Teilnehmer der außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen:
• Einen neuen Verband zu gründen,
• einen neuen Vorstand zu wählen,
• eine neue Satzung und eine neue Beitragsordnung
anzunehmen.

Bis zum Schluss versuchte das alte Präsidium, vor allem über das Internet mit täglich neuen Artikeln Verwirrung zu stiften, einzuschüchtern  und letztendlich die Versammlung zu verhindern. Manche Artikel auf der Internetseite des Traditionsverbandes NVA e.V. sind eines Soldaten unwürdig.

Die Versammlung verabschiedete einstimmig einen  Aufruf, der die Mitglieder aufforderte, dem neuen Verband beizutreten. Gegenwärtig gehören ca. 180 Mitglieder zum neuen Verband und es gibt mit der Pionierkameradschaft Schwerin das erste korporative Mitglied.

Die Neugründung hat eine längere Vorgeschichte.

Mit den Vorbereitungen zur ordentlichen Mitgliederversammlung am 09. Juli 2011 traten zum ersten Mal unterschiedliche Standpunkte  über die Grundausrichtung des Traditionsverbandes und seine Struktur deutlich zutage. Sie wurden sichtbar im Satzungsänderungsentwurf des alten Präsidiums aber auch im Vorschlag über die personelle Zusammensetzung des zu wählenden Präsidiums. Im Vertrauen auf die Realisierung der Beschlüsse dieser ersten ordentlichen Mitgliederversammlung und im Interesse einer möglichst unbelasteten  Entwicklung des Verbandes wurde auf eine öffentliche Auseinandersetzung verzichtet.

 

Konflikte im Präsidium

Doch die anfänglichen Differenzen entwickelten sich in wenigen Monaten zu scharfen Gegensätzen. Im Präsidium entstanden zwei Fraktionen:  Eine Fraktion, die sich selbst als das alte Präsidium bezeichnete und sich auf einen Gründungsmythos stützte. Sie bestand aus 6 Personen. Die andere Fraktion bestand aus  4 Mitgliedern, die erst am 09. Juli 2011 ins Präsidium gewählt worden waren. Darunter befand sich der neue Präsident, der neue Geschäftsstellenleiter, ein Vertreter der Landstreitkräfte und ein Vertreter der Grenztruppen. Dieses Kräfteverhältnis, das auch weidlich unter Berufung auf ein vereinsrechtliches  Procedere ausgenutzt wurde, verhinderte nahezu jeden vernünftigen Beschluss, aber auch die Lösung der Widersprüche. Wenn das alte Präsidium wegen dienstlicher Abwesenheit oder aus Krankheitsgründen einiger seiner Mitglieder in der Minderheit war, verließen anwesende Mitglieder den Sitzungsraum vor einer Abstimmung, sodass die notwendige Anzahl der Stimmen ( 50% ) für einen gültigen Beschluss nicht zustande kam .

Der interne Kampf zwischen den Fraktionen des Präsidiums nahm ausgesprochen feindselige und destruktive Formen an. Dazu einige Beispiele:
• Der Geschäftsstellenleiter wurde aus nichtigen  Gründen abberufen – natürlich ohne Ersatz. Schließlich übernahm der Präsident für eine längere Zeit diese Aufgabe zusätzlich.
• Der Schatzmeister eignete sich den Ordner mit den Mitgliedsunterlagen an – eine der wichtigsten Arbeitsunterlagen für Präsident, Geschäftsstellenleiter und Schatzmeister und verweigerte fünf Monate die Herausgabe. Ein Eilantrag an die Schiedsstelle zur schnellstmöglichen Beseitigung dieser Willkür wurde nach 6 Wochen beantwortet mit der lapidaren Bemerkung: das sei zwar nicht in Ordnung, aber Verständnis habe man dafür.
• Die Spitze der ausgesprochen feindseligen Aktionen war die Unterbindung des Zugangs zum Vereins-PC in der Geschäftsstelle für den Präsidenten und weitere Nutzer für etwa vier Wochen – durch Änderung der Passwörter.
• Es gehörte allmählich zu den Gepflogenheiten, zu Beginn einer Präsidiumssitzung die in der Regel mit dem Vizepräsidenten abgestimmte Tagesordnung per Antrag mit der üblichen Stimmenmehrheit zu ändern.

Es war klar, so konnte es nicht weitergehen. Die Vorschläge zur Lösung der Konflikte:
• Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung,
• Neuwahl des Präsidiums/ Vorstandes,  für den alle interessierten Mitglieder kandidieren können,
• Behandlung und Annahme einer neu gefassten Satzung, die dem  Mehrheitswillen entspricht,
stießen auf taube Ohren.


Das Spannungsfeld  Ältestenrat – Präsidium

Zwischen dem Ältestenrat, bestehend aus erfahrenen, bekannten Generalen, Admiralen und Offizieren und dem alten Präsidium, das heißt den Gründungsmitgliedern, entwickelte sich ein tief greifender Konflikt. Der Ältestenrat hatte eine andere Vorstellung über die Grundausrichtung des Verbandes. Er orientierte auf eine sachbezogene, ergebnisorientierte Arbeit, auf die Gewinnung neuer Mitglieder, die Bildung von Regionalgruppen, vor allem an den früheren Standorten der NVA und der Grenztruppen der DDR. Der Ältestenrat schlug vor, die Satzung zu überarbeiten und durch Neuwahl die Zusammensetzung des Präsidiums den Realitäten im Verband anzupassen. Die gegensätzlichen Auffassungen  zum Herangehen an die Arbeit spitzten sich im Laufe der Zeit zu und endete in einer schroffen Ablehnung des Ältestenrates. Sie äußerte sich auch in unhaltbaren, unverantwortlichen Beschuldigungen. Die Wortwahl variierte zwischen Opportunisten, Versager, Eidbrecher, Verräter, Feinde – abhängig von den Umständen und der psychischen Verfasstheit der Personen. Bei einer solchen Einschätzung verwundert doch die Berufung  eben dieser Genossen in den  Ältestenrat des Verbandes durch die Mitglieder des Gründerpräsidiums. Wir verwahren uns gegen diese nicht hinnehmbaren Beleidigungen. Welche Anmaßung gegenüber verdienstvollen Genossen, die mehr als 30 Jahre Ihres Lebens dem militärischen Schutz der DDR widmeten.

Zwanzig Jahre nach dem Untergang der DDR sind alle klüger. Wir sind solidarisch mit allen Genossen der bewaffneten Kräfte der DDR, die Ausgrenzungen, Prozessen und Gefängnisaufenthalten widerstanden und Ihren Überzeugungen treu geblieben sind.


Satzungsänderung – ein Dauerkonflikt

In der am 09. Juli 2011 auf der Mitgliederversammlung angenommen Satzung wurden aus verschiedenen Gründen nicht alle Änderungsvorschläge berücksichtigt. Die Wahlversammlung beschloss deshalb, an der Satzung weiter zu arbeiten. Nachdem keine Aktivitäten des Präsidiums erfolgten, ergriff der Ältestenrat die Initiative und reichte  am 06. Juli 2012  einen Satzungsänderungsvorschlag beim Präsidium ein. Auf dieser Sitzung wurde mit deutlicher Stimmenmehrheit beschlossen, eine Satzungskommission zu bilden. Die Kommissionsmitglieder wurden an Ort und Stelle namentlich benannt. Die Kommission wurde beauftragt, den eingereichten Vorschlag weiter zu bearbeiten. Eine akribische Überarbeitung  – in 18 Fällen gab es Änderungen – erfolgte bereits am 25. Juli. Dieser Text wurde an alle Mitglieder des Präsidiums versandt mit der Bitte um Zustimmung, Stimmenthaltung oder Ablehnung. Nachdem  die Zustimmung von fünf Mitgliedern vorlag, hat der Präsident den Versand dieses Dokuments  und eines erläuternden Begleitbriefs veranlasst. Die Mitglieder des Verbandes wurden aufgefordert, Ergänzungs- und Änderungsvorschläge bis zum 22. September 2012 an die Satzungskommission einzureichen. Von ihrem Vorschlagsrecht machten ca. 50 Mitglieder schriftlich oder mündlich Gebrauch. Die letzten Änderungen erfolgten schließlich auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 26. Januar 2013. Wir vertreten die Auffassung, dass die beschlossene Satzung den Realitäten Rechnung trägt und auch frei von illusionären Vorstellungen ist . Ca. 90 Prozent unserer Verbandsmitglieder haben in der NVA oder bei den Grenztruppen der DDR gedient, und das muss sich auch in einer Satzung widerspiegeln.

Mehr Demokratie geht wohl nicht. So verhielt es sich mit Mehrheiten und Minderheiten. Nichts war hier illegal oder ungesetzlich. Und wer trotz allem anderes verbreitet, der lügt.


Werte Genossen und Freunde unseres Verbandes,
wir hoffen, dass wir mit dieser Erklärung allen Mitgliedern, die nicht an der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 26. Januar 2013 teilnehmen konnten und allen Sympathisanten, die Aufklärung über die internen Konflikte im Verband wünschen, wichtige und wahrheitsgemäße Informationen geben konnten.  Wir sind überzeugt davon,  nicht leichtfertig gehandelt zu haben. Nach einer Periode der Konsolidierung  wird es wieder vorwärts gehen. Das sind wir auch unseren ehemaligen Soldaten, Unteroffizieren,  Offizieren und Generalen schuldig.

Unser Verband trägt den verpflichtenden Namen

„Verband zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR“.
Das wird zum Anlass genommen, uns zu beschuldigen, wir würden die Angehörigen der anderen bewaffneten Organe der DDR ausgrenzen. Das ist eine durchsichtige Lüge. Das Gegenteil ist wahr. Wir würden es sehr begrüßen, wenn sich mehr Genossen der anderen bewaffneten Organe der DDR für eine Mitgliedschaft in unserem Verband entscheiden könnten. In unserer Satzung heißt es eindeutig:

Mitglied kann jeder werden, der die Satzung anerkennt.

Wir stehen auf dem Standpunkt: Wir haben in der DDR gemeinsam Volksherrschaft, Frieden und Sozialismus verteidigt, wir sollten auch jetzt gemeinsam unsere Ideale bewahren und unsere legitimen Interessen verteidigen. Wir haben uns nicht von den Mitgliedern des Traditionsverbandes getrennt, sondern von Mitgliedern des alten Präsidiums, mit denen es keine gemeinsame Basis mehr gab.

  

                                    Admiral a.D. Theodor Hoffmann
                                    Vorsitzender des Verbandes

Generalmajor a.D. Sebald Daum                           Oberst a.D. Frithjof Banisch
Stellvertreter des Vorsitzenden                             Stellvertreter des Vorsitzenden

 

Berlin, 19.04.2013 

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